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Atemschutz beim THW

Veröffentlicht am von Sarah

Nichts ahnend ging ich heute zum Briefkasten. Darin war ein dicker, brauner Umschlag, nur war kein Absender angegeben. Ich befürchtete schon irgendetwas angestellt zu haben ohne mich daran zu erinnern, doch nein! Der Brief kam vom THW übersetzt vom Technischen Hilfswerk oder tausend hilflose Wichtel wie man sich da spaßeshalber nennt. Ich bin soll doch tatsächlich eine Urkunde bekommen wegen 10-jähriger Zugehörigkeit zum THW. DAS ist doch mal ein Blogeintrag wert! Der Gedanke kam kurz nach dem: "Zehn Jahre ist das schon her?? Man bin ich alt geworden! Aber sei es drum, ich erzähle euch ein bisschen davon.

Damals.. im zarten Alter von 17 3/4 Jahren bin ich dem THW beigetreten. Das THW ist, für diejenigen die es nicht kennen eine Bundesanstalt und gehört zum Katastrophenschutz. Eigentlich eine harte Nummer wenn man darüber nachdenkt. Es heißt, dass THW wird gerufen wenn es richtig "gekracht" hat. Was auch gaaanz wichtig ist, ich habe damals zusammen mit meiner immernoch besten Freundin Felizitas (Liz) beim THW angefangen. Irgendwie, also mit sehr, sehr viel Kaffee haben wir dann nach einem Jahr auch die Grundausbildung erfolgreich hinter uns gebracht. Der Kaffee war auch nötig denn jeden zweiten Samstag im Monat war Grundausbildung so um 8 Uhr morgens, treffen um 7 Uhr im OV (Ortsverband, so heißt die Unterkunft beim THW). Daher der viele Kaffee. Ach das waren noch Zeiten! Wir Mädels mit Motorflex, Kettensäge, Steinbohrer wer braucht schon einen Anzug um eine Powerfrau zu sein?!

Doch das war ja noch nicht alles! Wäre ja auch langweilig sonst. Ja etwas langweilig war auch die Sprechfunkausbildung, zumindest die Theorie, aber auch das haben wir zwei super hinbekommen. Und weil das nicht genug Spannung war kommen wir zum besten Teil und leider der einzige Teil von dem ich noch Bilder gefunden habe:

Die Ausbildung zum AGTler!! (AGT: Atemschutzgeräteträger)

Mitte mit Schal bin ich recht ist Liz mit Atemmasken

Mitte mit Schal bin ich recht ist Liz mit Atemmasken

Nicht mal die Mimenübungen im Wald (Mimen: Personen die Verletzungen schauspielern um den Ernstfall zu üben, dabei werden u.a. blutige Verletzungen geschminkt etc.) hatte ich so viel Spaß.

Anstrengend ist es außerdem. Zuerst mussten wir in voller Montur ( volle Montur: Haix Schutzstiefel, Fleeceweste, Überjacke, Arbeitshandschuhe, Helm und in diesem Fall mit Atemschutzmaske ohne Anschluss und Flasche auf dem Rücken ca. 17 -20 Kg) im Schlosspark joggen gehen. Wenn man nur die Atemschutzmaske auf hat, ohne an die Pressluftflasche angeschlossen zu sein fühlt es sich so an als hätte man eine Leinentasche über dem Kopf. Es ist nicht leicht darin zu atmen. Das war verdammt anstrengend sag ich euch! Die Ausbildung war wirklich hart und anspruchsvoll, weil man an seine Grenzen kommt. Bei Nullsicht ( mit Nebelmaschine man sieht wirklich nichts) mit 20 Kg auf dem Rücken sich durch Zeug in der Lagerhalle robben, Gerät abziehen und sich durch winzige Öffnungen quetschen, Gerät wieder aufziehen. Das schlaucht ganz schön. Dabei darf man nicht vergessen richtig zu atmen. Selbst mit angeschlossener Pressluftflasche ist es extrem anstrengend. Deshalb muss man vorher auch eine ärztliche Untersuchung mit Belastungs-EKG bestehen. Auch das haben Liz und ich gemeistert. Was heißt gemeistert, wir Mädels haben die Bude gerockt!!

Um mit Atemschutz in den Einsatz zu dürfen muss man ein mal pro Jahr in eine AGT-Strecke der Berufsfeuerwehr und wird quasi geprüft. In voller Montur mit Gerät muss man 5 min (bin nicht mehr sicher ich glaube es waren 5 min) Laufband laufen, 5 min. mit so einem Handtrainingsgerät arbeiten, dann durch die Strecke durch. Die ist mit HIndernissen bestückt, Stockdunkel und wird auf 40 ° C erhitzt. Hinterher muss man nochmal auf die Endlosleiter ich glaube nochmal 2-5 min.

Ich warte darauf das ich in die Strecke darf, hinter mir sieht man die Endlosleiter, rechts ein weitere Prüfling des THW.

Ich warte darauf das ich in die Strecke darf, hinter mir sieht man die Endlosleiter, rechts ein weitere Prüfling des THW.

Die Prüfung ist schon echt eine Hausnummer. Ich glaube heute könnte ich das nicht mehr so einfach, aber damals war das Ding ein Klacks für uns. Liz und ich waren ein eingespieltes Team, wir hatten die Bestzeit und ich hatte am Ende noch so viel Luft in der Flasche, ich hätte die Strecke nochmal geschafft. Und nein! ich habe nicht in die Flasche rein geatmet, wie vermutet wurde :)

Die Jungs von der Berufsfeuerwehr waren schwer beeindruckt, von unserem Können und der Ausbildung, wir haben sogar erfahrene alt aussehen lassen. Hihi jaa wenn ich bedenke das es schon soo lange her ist. Schade eigentlich, das THW war echt ne coole Zeit. Leider war die Zeit dann auch mein Problem, irgendwann hatte ich leider keine mehr, oder zumindest nicht genug, deshalb bin ich seitdem "Althelfer" oder "Reservehelfer" und mittlerweile anscheinend seit 10 Jahren dabei. Dann auf die nächsten 10 Jahre :)

Ich hoffe euch hat die kleine Reise in meine Vergangenheit gefallen.

Bis zum nächsten mal

S.

Ich, wie ich währen der Ausbildung in einen Chemieschutzanzug gesteckt werde. ( mit Atemschutz)

Ich, wie ich währen der Ausbildung in einen Chemieschutzanzug gesteckt werde. ( mit Atemschutz)

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