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Capoeira- ein brasilianischer Kampftanz

Veröffentlicht am von Sarah

Ich wollte schon immer mal einen Kampfsport erlernen, muss aber gestehen, dass ich es nie geschafft habe. Da kam mir das Sportangebot der Hochschule doch gerade rech! Quasi alle Kampfsportarten die es gibt werden angeboten. Ich lese mich so durch das Angebot, von den bekannten wie Judo, Taekwondo und Kickbocken bis hin zu den mir nicht so geläufigen wie Capoeira und Akido. Bei Capoeira stand etwas von Kampftanz mit Akrobatik soweit ich mich erinnere, was ich da schon ziemlich cool fand. Leider waren alle Kurse belegt, bis ich mich einschreiben konnte, also setzte ich mich auf die Warteliste. Nach ein paar Wochen bekam ich dann eine Email, dass ein Platz in Capoeira frei sei, also schrieb ich mich kurzerhand ein, ein paar Tage später bekam ich das selbe Angebot von Akido. Ich dachte nur, ich schaue mir einfach an wie es ist und was mir am Ende besser gefällt, dass mache ich dann. Soviel zu Plan.

Das erste Training war Capoeira, Montagabend in der Sporthalle der Uni. Ich fuhr los, mit dem Versuch noch einigermaßen pünktlich da zu sein und stellte dann irgendwo auf dem Unixcampus fest, dass ich die blöde Sporthalle doch nicht so leicht finden lässt, wenn man keine Ahnung hat wo man suchen muss. Also hab ich kurzerhand einen Fahrradfahrer angehalten der mir dann so ungefähr sagen konnte wo ich hin muss. Bei meinem (Vorsicht Ironie) ausgeprägten Orientierungssinn war das natürlich kein Problem sich den Weg zu merken, aber am Ende hab ich die Halle doch gefunden, wenn auch mehr oder weniger zufällig.

Rein in die Halle, alle anderen sind natürlich schon da und am aufwärmen. Planlos laufe ich rein und stehe erst einmal da wie ein betröppelter Hund und hab keine Ahnung was ich machen soll. Zum Glück eilt Hilfe herbei und Martin, der Trainer zeigt mir wo ich mich umziehen kann. Meine wahre, aber lahm klingende Entschuldigung tut er mit einem, "nächstes Mal bist du dann aber pünktlich" ab. Ich ziehe meine eng anliegende Caprijogginghose an und fühle mich schon wieder etwas deplatziert, da die meisten lange und weite Hosen tragen. Was solls. Ein zweites Mal in die Aufwärmübungen rein geplatzt, deutet Martin mir einfach mit zu machen.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

Die Dehnungsübungen konnte ich mal besser. Danach teilt sich die Gruppe auf und macht weitere Übungen, verschiedene Tritte und Ausweichbewegungen. Martin ist geduldig mit mir und zeigt mir die ersten Schritte im Capoeira, während Josi das Training für die anderen übernimmt.

Die Ginga, der Grundschritt ist, wenn man es erst einmal verstanden hat nicht so schwer. Dann reihe ich mich ein und versuche "einfach" die Bewegungen nachzuahmen.

Capoeira- ein brasilianischer Kampftanz

Die Bewegungen sehen super einfach und geschmeidig aus, wenn man es kann... Ich versuchte einfach nicht wie ein sterbender Schwan zu wirken und tat mein bestes. Immerhin ein Rad schlagen konnte ich noch, zumindest ein bisschen. Aber das tollste an der Sache war, ich bekam von überall Hilfe. Jeder der anderen bemühte sich abwechselnd mir die Bewegungsabläufe wieder und wieder und wieder zu zeigen, bis ich es einigermaßen geschnallt hab.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

Dann gab es eine Pause und ich dachte, es sei das Ende des Trainings, doch dann kamen ein paar seltsam aussehende Instrumente zum Einsatz: Das Berimbau und zwei Pandeiros. Alle stellten sich im Kreis auf. Derjenige, der das Berimbau spielt, steht in der Mitte und die Pandeiros stehen rechts und links davon. Es sollte meine erste Roda werden. Roda bedeutet "Kreis". In dem Kreis wird dann gespielt, denn im Capoeira heißt es nicht Kampf sondern Spiel. Auch das macht es, finde ich sehr sympatisch. Immer zwei Capoeiristas gehen in die Roda, dabei gibt es eine Begrüßung. Man hockt sich gegenüber auf Höhe der Pandeiros und reicht sich die Hände. Das Berimbau muss frei sein, sich davor zu stellen gilt als Beleidigung.

Begrüßungsszene   (c) Sarah G.

Begrüßungsszene (c) Sarah G.

Danach folgt meistens ein Rad oder ähnliches um das Spiel zu beginnen. Währenddessen singen und klatschen die umstehenden im Takt oder, wie in meinem Fall versuchen sie im Takt zu klatschen und mitzusingen. Das Spiel beginnt und ich bin mehr als beeindruckt, dass will ich auch mal können, denke ich bei mir und wähne mich in Sicherheit, schließlich ist es mein erstes Training. Doch dann Pustekuchen ich werde freundlich, aber doch bestimmt in "den Ring" verfrachtet. Das ich außer dem Rad mir noch nicht so wirklich was von den Abläufen gemerkt habe ist nicht schlimm. In Zeitlupe darf ich Bewegungen ausweichen und auch mal einen Tritt machen, bevor ich dankenswerterweise abgelöst werde. Es war mir doch etwas peinlich so in der Roda zu stehen und nicht zu wissen was ich tun sollte, doch schien ich da die einzige zu sein, den anderen machte es überhaupt nichts aus.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

Die Musik wird immer schneller und hört dann abrupt auf. Die Roda, und damit das Training sind zu ende. Was für ein Abend! Vor allem was für ein Spaß! Mit einem kleinen Applaus bedanken sich die Capoeiraistas für das Training. Dannach sitzt man noch zusammen und redet, bis schließlich alle nach Hause gehen. Ich bin fasziniert und am nächsten Abend komme ich wieder zum Training und frage ob das in ok wäre? Schließlich bin ich nicht angemeldet, und was ich nicht wusste, Dienstags ist das Training für die Fortgeschrittenen. (Noch bin ich der Meinung mir am Donnerstag Akido anzuschauen um zu sehen was mir besser gefällt.) Ich darf bleiben, kein Problem. Im Training sehe ich, was die anderen wirklich können und bin wieder mehr als beeindruckt. Auch ein bisschen Ehrgeiz spielt mit, das würde ich auch gerne irgendwann mal können.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

Wieder bekomme ich teilweise Einzelunterricht. Es macht den anderen auch überhaupt nichts aus sich abwechselnd mit mir zu beschäftigen, darüber bin ich sehr dankbar. An diesem Abend gibt es keine Roda. Wir sind einfach nicht genug Leute, aber das macht mir nichts aus. Das Training hat so viel Spaß gemacht.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

Am Donnerstag dann, was soll ich sagen? Ich habe dem Trainer von Akido abgesagt und bin zum Capoeiratraining gegangen...

Ich hoffe es hat euch gefallen.

HIer noch eine kleine Auswahl der Bilder die ich am folgenden Wochenende auf dem Workshop in Magdeburg gemacht hab.

Bis zum nächsten Mal

S.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

Berimbau und Pandeiros    (c) Sarah G.

Berimbau und Pandeiros (c) Sarah G.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

(c) Sarah G.

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